Zum Tod von Stephen Hawking

Im Alter von 76 Jahren verstarb in diesem Jahr der britische Astrophysiker Stephen Hawking in Cambridge. Trotz einer schweren Behinderung gelangte er mit herausragenden Arbeiten zur Kosmologie, zu Schwarzen Löchern und zur allgemeinen Relativitätstheorie zu Weltruhm.

Die Erkrankung

Stephen William Hawking wurde 1942 in Oxford geboren. Im Alter von 21 erhielt er von Medizinern eine grausame Diagnose: Er war an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt, er habe vermutlich nur noch wenige Jahre zu leben. Die degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems verlief bei ihm langsamer als prophezeit, allerdings war er schon bald auf den Rollstuhl angewiesen und später verlor er auch die Fähigkeit zu sprechen. Mit Hilfe eines Sprachcomputers konnte er weiterhin mit seiner Umwelt kommunizieren.

Wissenschaftliche Karriere

An der renommierten Universität Cambridge unterrichtete Hawking viele Jahrzehnte Studenten. Die Royal Society ernannte ihn im Alter von nur 32 Jahren zu ihrem jüngsten Mitglied. Von 1979 bis 2009 war er in Cambridge Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik, eine Professur, die ehemals Isaac Newton innehatte.

In den 60er Jahren gelang ihm der Beweis der Notwendigkeit von Singularitäten in der allgemeinen Relativitätstheorie in Zusammenarbeit mit Roger Penrose. Dieses Singularitäten-Theorem machte ihn berühmt. In den 70er Jahren arbeitete er an dem Konzept der “Hawking-Strahlung”. Es besagt, dass Schwarze Löcher in der Quantenfeldtheorie mehr oder weniger schnell zerstrahlen. In den 80er Jahren konzentrierte er sich in der Hauptsache auf die Quantenkosmologie.

Populärwissenschaftliche Veröffentlichungen

Stephen Hawking wurde einem breiten Publikum außerhalb der Fachwelt bekannt. Er ist der Autor einiger Bücher, die sich auch an ein nicht-wissenschaftliches Publikum richten. 1988 erschien der Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit”, in dem er die Natur des Universums erklärt. Ein Buch, das oft verkauft und verschenkt wurde, aber vermutlich wegen seiner Komplexität nur von den wenigsten auch gelesen wurde. Dennoch war Hawking mit seinen Theorien immer medienwirksam präsent.

Seine Kinder beschrieben ihren Vater als einen großartigen Wissenschaftler und außergewöhnlichen Menschen, an ihn und seine Arbeiten werde man sich noch lange erinnern.

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