Als Kardinal Dr. Franz König 1968 die Bereitschaft der katholischen Kirche bekundete, das Urteil im Prozess gegen Galileo Galilei zu überprüfen, war das eine Sensation. Galiei, zusammen mit Kopernikus, Kepler und Newton einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit, befand sich lange im Disput mit der Kirche, was im Jahre 1633 zu seiner Verurteilung und lebenslangem Hausarrest führte.

Der Universalgelehrte

Galileo Galilei wurde 1564 in Pisa geboren. Zuerst studierte er Medizin, später Mathematik, aber er beschäftigte sich mit wesentlich mehr Fachgebieten. Er war nicht nur Astronom und Kosmologe, auch Philosoph, Physiker und Ingenieur, er war ein Universalgelehrter. In der Astronomie und Mechanik sorgte Galilei für bahnbrechende Entdeckungen. Mit seiner Methode, die Kombination aus Messungen, Experimenten und mathematischen Analysen für die Erforschung der Natur zu nutzen, wurde er zu einem der Gründungsväter der modernen exakten Naturwissenschaften.

Der Astronom

Nachdem er von dem Fernrohr erfahren hatte, dass der Holländer Jan Lippershey erfunden hatte, baute Galilei dieses Instrument selbst nach und verbesserte es fortlaufend. Damit war er einer der ersten, die das Teleskop für die Himmelsbeobachtungen nutzen. Er fand heraus, dass der Mond eine raue Oberfläche besitzt und die Sonne Flecken hat. Er entdeckte neue Jupitermonde und machte Beobachtungen zur Venus.

Der Vatikan

Bald war es für Galilei offensichtlich, dass seine Beobachtungen das heliozentrische Weltbild von Nikolaus Kopernikus untermauerten. Er hielt sich anfangs mit seiner Meinung zurück, da es in Reihen der Kirche bereits kontroverse Diskussionen darum gab, die Kirche sah die Erde im Zentrum der Welt. Als mit Urban VIII. ein Förderer Galileis Papst wurde, hatte Galilei die Möglichkeit, über das heliozentrische Weltbild zu publizieren, solange er es als Hypothese betrachtete. Der Vatikan befand sich aber in einer Art Machtkampf und sah sich gezwungen, gegen neue Ideen vorzugehen. Galilei wollte dagegen die Kirche als tiefgläubiger Christ davor bewahren, einen Fehler zu begehen.

Nach langjährigen Diskussionen kam es zu einem Prozess gegen den Wissenschaftler und anschließend auch zu seiner Verurteilung. 1992 wurde er offiziell von der römisch-katholischen Kirche rehabilitiert.